1946
Die britische Besatzungsmacht vergibt Zeitungslizenzen für die SPD-nahen Zeitungen Westfälische Rundschau (Dortmund) und Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (Essen) sowie für die CDU-nahe Westfalenpost (Soest).
1948
Der aus Elbing (Westpreußen) stammende Journalist Erich Brost, Jahrgang 1903, erhält von der britischen Militärregierung die Lizenz 192 und gründet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), deren erste Ausgabe am 3. April 1948 in Bochum erscheint. Brost bleibt bis 1970 Chefredakteur und bis zu seinem Tod 1995 WAZ-Herausgeber.
Mitbegründer und -herausgeber Jakob Funke, Jahrgang 1901, arbeitete von 1945 bis 1948 als freier Journalist.
Der gebürtige Essener verantwortet bei der neugegründeten WAZ den kaufmännischen Bereich, da er das Ruhrgebiet gut kennt und über exzellente Geschäftsbeziehungen verfügt. Funke bleibt bis zu seinem Tod 1975 Gesellschafter, Herausgeber und Verlagsleiter.
3. April 1948
Die erste Ausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erscheint vierseitig mit einer Auflage von 312.000 Exemplaren.
Die Leser sind begeistert von der nach englischem Vorbild der „popular
paper“ gestalteten Zeitung. Sitz des Verlags und der Redaktion ist Bochum, da hier die einzige unversehrt gebliebene Rotationsdruckmaschine steht, die die hohe Auflage bewältigen kann.
1953
Das neue Verlagshaus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) an der Essener Friedrichstraße wird nach Jahren des Improvisierens eingeweiht.
1961
Das neue Druckhaus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) an der Schederhofstraße in Essen wird fertiggestellt. Eine unterirdische Rohrpost verbindet Redaktion und Druckerei.
1964
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) erwirbt den in Düsseldorf ansässigen, 1932 gegründeten Verlag Welt am Sonnabend, der die gleichnamige Wochenzeitschrift herausgibt.
1973-1976
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) übernimmt 1973 die Westfalenpost (WP) mit Sitz in Hagen, beteiligt sich 1975 mehrheitlich an der Westfälischen Rund-schau (WR) mit Sitz in Dortmund und 1976 an der Neuen Ruhr Zeitung / Neuen Rhein Zeitung (NRZ) mit Sitz in Essen.
Die Verlage bilden am 1. Januar 1976 die Zeitungsgruppe WAZ. Sie arbeiten im kaufmännischen Bereich (Anzeigen, Vertrieb, Verwaltung) und im technischen Bereich (Druck) zusammen, bleiben aber redaktionell unabhängig. Das „WAZ-Modell“, später von vielen anderen Verlagen kopiert, ist geboren. Die daraus resultierenden Synergie-Erträge stärken die wirtschaftliche Basis der Redaktionen.
1975
Jakob Funke, WAZ-Mitbegründer, stirbt im Alter von 73 Jahren.
Günther Grotkamp, Jahrgang 1927, wird Geschäftsführer der Zeitungsgruppe WAZ.
Grotkamp tritt im Jahr 1960 zunächst als
Justiziar und Personalchef in den WAZ-Verlag ein und wird 1971 Bevollmächtigter der Funke-Familien-Gesellschaft.
Der Jurist Günther Grotkamp ist der „Architekt“ des „WAZ-Modells“.
1977
Gründung der Anzeigenblattgesellschaft Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft (WVW) mit Sitz in Essen.
Die Zeitungsgruppe WAZ entwickelt das TV-Magazin BWZ (Bunte Wochen Zeitung), das als wöchentliche Beilage freitags den vier Titeln der Gruppe beiliegt.
1978
Erich Schumann tritt in das Verlagsunternehmen ein und wird neben Günther Grotkamp gleichberechtigter Geschäftsführer der Zeitungsgruppe WAZ.
Zuvor war der Jurist Schumann unter anderem als Seniorchef einer Anwalts- und Steuerberatungssozietät in Bonnsowie als Beirat und Aufsichtsrat in Unternehmungen der Finanzwirtschaft und im Medienbereich tätig.
1986
Die Zeitungsgruppe WAZ beteiligt sich mit 10 Prozent am privaten Fernsehsender RTL plus und wird damit Partner der CLT / Ufa.
1987
Die Zeitungsgruppe WAZ erwirbt einen Anteil von 50 Prozent am Verlag Neue Kronen Zeitung mit Sitz in Wien.
1990
Am 1. April geht mit Radio Duisburg das erste Lokalradio in NRW auf Sendung. Die Zeitungsgruppe WAZ hält an der Betriebsgesellschaft des Senders eine mehrheitliche Beteiligung – wie später auch an neun weiteren Lokalfunkstationen an Rhein und Ruhr. Die Dienstleistungsgesellschaft Westfunk kümmert sich zentral um die
kaufmännischen und technischen Belange der zur WAZ-Gruppe
gehörenden Sender.
Die Zeitungsgruppe WAZ investiert als erstes Verlagshaus in den
neuen Bundesländern und gründet die Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT). Die ZGT ist die im Sinne des „WAZ-Modells“ zentrale Dienstleisterin für die Tageszeitungen Thüringer Allgemeine (TA), Ostthüringer Zeitung (OTZ) und Thüringische Landeszeitung (TLZ).
In Ungarn erwirbt die Zeitungsgruppe WAZ eine Mehrheitsbeteiligung
am Verlagsunternehmen Pannon Lapok Társasága. Der Verlag gibt
insgesamt fünf Regionalzeitungen heraus.
1995
Erich Brost, Lizenznehmer, Gründer und Herausgeber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), stirbt am 8. Oktober 1995 im Alter von fast 92 Jahren.
1996
Die Zeitungsgruppe WAZ beteiligt sich mehrheitlich am bulgarischen Verlag
168 Stunden, der ersten privaten Pressegruppe Bulgariens.
1997
Die Zeitungsgruppe WAZ gibt sich, da sie in zahlreichen Mediensegmenten tätig ist, einen neuen Namen: WAZ Mediengruppe.
Die WAZ Mediengruppe erweitert ihr Engagement in Bulgarien um eine Beteiligung an der Media Holding AG, unter deren Dach u. a. Dneven Trud, die größte Tageszeitung des Landes, erscheint.
1998
Die WAZ Mediengruppe erwirbt Beteiligungen an der Europa Press Holding (EPH), dem größten Zeitungs- und Zeitschriftenverlag Kroatiens.
2000
Der Ausbau der Zeitschriftensparte erfolgte durch eine Mehrheitsbeteiligung am Münchner Gong Verlag, der den gleichnamigen Titel herausgibt. 2001 geht der Verlag zu 100 Prozent zur WAZ Mediengruppe über.
2001
Der Verlag macht der Post Konkurrenz und gründet die privaten Briefzustelldienste Westdeutscher Post Service (WPS) und Thüringer Post Service (THPS).
In Rumänien beteiligt sich die WAZ Mediengruppe an der Tageszeitung Romania Libera.
In Serbien kooperiert die WAZ-Gruppe mit dem Verlag Politika AD, u. a. Herausgeber von Politika, der zweitältesten Tageszeitung auf dem Balkan.
2003
Die WAZ Mediengruppe erwirbt in Montenegro 50 Prozent am Verlag Daily Press d.o.o., der die Tageszeitung Vijesti herausgibt.
Im mazedonischen Markt beteiligt sich das Verlagshaus mehrheitlich an den Tageszeitungen Dnevnik, Utrinski Vesnik und Vest.
Die WAZ Mediengruppe übernimmt vom Verlag Bastei-Lübbe den wöchtenlichen Yellow-Press-Titel „Das Goldene Blatt“.
In Ungarn erweitert die WAZ ihr Portfolio um eine Beteiligung am Politik- und Wirtschaftsmagazin HVG.
2005
Die WAZ Mediengruppe veräußert ihren Anteil an der RTL Group.
In Kroatien erwirbt das Verlagshaus Anteile an der regionalen Tageszeitung Slobodna Dalmacija.
Gründung des privaten Briefdienstleisters Pin Group, einem Gemeinschaftsunternehmen der Verlage Holtzbrinck, Springer und der WAZ Mediengruppe sowie der Rosalia AG, Luxemburg.
2006
Die Westfalenpost, die Westfälische Rundschau und die Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung feiern in nur kurzen Abständen ihre Gründung vor 60 Jahren und ihr Bestehen als moderne und zukunftsorientierte Regionalzeitung.
Die WAZ Mediengruppe bringt in Kooperation mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) die Mediathek „Wir in Nordrhein-Westfalen – Unsere gesammelten Werke“ auf den Markt.
2007
Nach kurzer, schwerer Krankheit verstirbt Dr. h.c. Erich Schumann am 21. Januar 2007 im Alter von 76 Jahren. Der Geschäftsführende Gesellschafter der WAZ Mediengruppe galt als eine herausragende Verlegerpersönlichkeit mit starkem ehrenamtlichen Engagement.
Die WAZ Mediengruppe erwirbt von der Verlegerfamilie Voigt und der Norddeutschen Landesbank Prozent der Anteile an der traditionell verankerten Braunschweiger Zeitung.
Die WAZ Mediengruppe und die in Berlin ansässige ReLine Intermedien Verlags-GmbH bringen mit „Rheinskaja Gazeta“ Deutschlands erste russischsprachige Tageszeitung auf den Markt.














